Die Mopsnase
 

 

Das für ihn wichtigste Organ des Hundes ist seine Nase.

Er ist ein Makrosmat, dessen Geruchssinn außerordentlich ausgeprägt ist.

Ein Hund kann im Verhältnis zum Menschen (-  einem Mikrosmat) etwa eine Millionen Mal besser riechen und kann erschnüffelte Gerüche wesentlich intensiver in sich aufnehmen – es handelt sich also bei der Hundenase um ein besonders empfindliches Organ.

Hunde spüren mit der Nase Beute auf, wittern Gefahr oder nutzen sie für die Partnersuche. Sie lesen mit der Nase den Baum im Stadtpark wie wir Menschen eine Zeitung studieren. 

Um diese Funktion erfüllen zu können, muss das Naseninnere den entsprechenden Platz in Anspruch nehmen können.

Deswegen ist die Riechleistung größerer Hunde im Allgemeinen besser als die der kleineren und die der Hunde mit Normalschnauzen, um ein Vielfaches besser als die der Plattschnauzen.

Normocephale (normalschädelige) Hunde besitzen eine wesentlich größere Oberfläche im Naseninneren, um Duftmoleküle aufzunehmen und zu speichern. Diese gelangen über die Nasenlöcher in die Nasenhöhlen, die mit Schleimhäuten ausgekleidet sind.

Hier befinden sich die sogenannten Nasenmuscheln, kleine Knorpellamellen, die die Oberfläche der Riechschleimhaut um ein Vielfaches vergrößern.

Hier sitzen auch die Drüsen, die die Hundenase ständig mit Feuchtigkeit versorgen – deswegen ist die Hundenase feucht und kalt.

Die Informationen der in der Nasenschleimhaut angesammelten Duftpartikel werden durch elektrische Impulse direkt über den Riechnerv ans Riechzentrum im Gehirn übertragen und analysiert.

Es ist leicht nachzuvollziehen, dass bei extremen Änderungen eines solchen Sinnesapparates die Funktion gestört wird.

Wenn man sich folgende schematische Darstellung einmal bewusst macht:

 


Bildnachweis: JUH Gießen

 

kann man sich leichter vorstellen, was dem extrem plattgesichtigen Mops von diesem diffizilen Aufbau noch übrig geblieben sein kann. Denn im Grunde fehlt der gesamte vorgelagerte Schnauzenanteil und alle normalerweise dort befindlichen Anteile müssen deswegen auf dem verbliebenen Schnauzenrest gestaucht werden:

              

Besonders die Nasenmuscheln werden infolge dieses Umstandes missgebildet und führen bei etwas ansteigenden Temperaturen via Anschwellen der Schleimhäute zu massiven Atemproblemen.

Dass es hierbei insgesamt zu Platzproblemen und weiters auch zu Störungen der Funktionen ‚Anwärmen’ und ‚Filtern’ der eingeatmeten Luft kommt, ist nun sicher auch klar.

Im Folgenden eindrucksvolle Bilder von Nasenlöchern (die wichtigen Eintrittspforten der Atemluft) bei Möpsen:

 

 

 

Und hier - züchterisch durch die Einkreuzung des normocephalen Parson Russell wieder wesentlich zur Normalität zurückgeführt – Nasenlöcher unserer Retro-Möpse:

 

 

 

 

 

Wie vielleicht nicht jeder weiß, funktioniert die Atmung der Möpse wie die der Menschen über Unterdruck.

Das heißt, die Luft wird über einen Unterdruck im Brustkorb in die Lungen gezogen.

Sind die Nasenlöcher normal rund und weit, so ist diese Funktion mühelos und es kann mit jedem Atemzug genug Sauerstoff eingeholt werden.

Sind die Nasenlöcher jedoch verengt oder wie bei vielen Möpsen zu Schlitzen geworden, kann die Luft nicht so schnell einströmen, wie der Unterdruck es erforderlich macht.

Da ein Hund ein Nasenatmer ist, der nur im äußersten Notfall durch die Schnauze atmet, entsteht so ein erhöhter Unterdruck, welcher dramatische Folgen für das empfindliche Gewebe des gesamten Atemtraktes hat:

Das Gaumensegel kann zusätzlich ausleiern, die Mandeln können mit jedem Atemzug wieder ins Lumen des Atemtraktes gezogen und so gereizt werden, der Kehlkopf kann instabil werden und zusammenklappen, die vorgefallenen Stimmtaschen und / oder verdickte Schleimhaut die Stimmritze einengen, die Luftröhre kann kollabieren.

Spätere Folgen der erschwerten Sauerstoffzufuhr sind, dass das Herz wesentlich mehr arbeiten muss, um den Körper und seine Organe durch vermehrtes Pumpen trotzdem mit genügend Sauerstoff zu versorgen.

Dies führt zu einer ständig erhöhten Temperatur (Hyperthermie), was besonders bei höheren Außentemperaturen gefährlich sein kann – erkennbar an dem schweren und lange anhaltenden Hecheln der betroffenen Hunde.

Durch die ständige Überbeanspruchung des Herzens kann es auch am Herzen selbst zu Veränderungen kommen, welche zunächst schneller zu Erschöpfungszuständen führen, später aber auch jeder Zeit mit dem plötzlichen Herztod einhergehen können.

Weiter kann es durch forcierte Maulatmung zu gehäuften Infektionen der Atemwege kommen, da die Atemluft so weit weniger angewärmt und gesäubert wird.

Deswegen ist es für unsere Möpse so immens wichtig, ihnen möglichst schnell und möglichst zuverlässig eine funktionable Statur zurückzugeben.

Hier dazu beispielhaft zwei junge Retro-Möpse aus der Zucht „vom Bromberg“:

 

 

 

 
 
 
 
                 
 
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